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Ready for Take-off?

«Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser», das gilt auch für die Qualität von Layouts. Mit dem Live-Preflight führt InDesign während der Layoutarbeit eine stetige Prüfung durch. Das gibt Sicherheit und verhindert spätere Umtriebe.

Beat KipferPreflight ist der branchenübliche Begriff für die Kontrolle vor der Ausgabe. Wenn die Funktion aktiviert ist, werden im Preflight-Bedienfeld von InDesign Warnungen angezeigt, falls das Dokument infolge enthaltener Fehler oder Mängel nicht wie gewünscht ausgegeben werden könnte.

Die wichtigsten Mängel und Fehler, die bei der Ausgabe zu Problemen führen könnten, sind:

  • fehlende oder nicht aktualisierte Verknüpfungen,
  • minimale und maximale Bild­auflösung,
  • fehlende Schriften,
  • Übersatztext,
  • Seitenformate, Anschnitt und ­Infobereich.

Preflight-Profil konfigurieren

Das mitgelieferte und vorinstallierte Grundprofil genügt den Ansprüchen nicht, welche wir an unsere Print-Publikationen stellen. Die Prüfbedingungen lassen sich aber durch die Konfiguration von individuellen Prüfprofilen definieren und zur Wiederverwendung speichern. Dazu öffnen Sie das Preflight-Bedienfeld unter Fenster > Ausgabe. In den Bedienfeldoptionen wählen Sie Profile definieren. Mit dem +-Knopf unten links erstellen und benennen Sie ein neues Prüfprofil. Nun gehen Sie die ganze Liste der Prüfkriterien durch und entscheiden, ob – und mit welchen Vorgaben – das Kriterium geprüft werden soll. Am Schluss klicken Sie auf Speichern. Nun kann das neue Profil in Ihrem InDesign verwendet werden.

Profile von PDFX-ready

Um nicht die ganze Definition Klick für Klick selbst vornehmen zu müssen, importieren Sie mit Vorteil vorhandene, erprobte Prüfprofile für unterschiedliche professionelle Ansprüche. Die beste Quelle für solche Profile ist einmal mehr die Website pdfx-ready.ch. In der Rubrik Downloads finden Sie unter Creator Workflow Offset > Adobe CS/CC PDF/X-4 CMYK die Rubrik LivePre­flight. Wählen Sie dort am besten PDFX-ready_Live­Preflight_abCS5_V1.3und2.zip. Das gebräuchlichste Profil zur Prüfung von Dokumenten für Qualitätsdrucksachen nennt sich PDFX-ready_BogenRollenoffset_HQ-CS5_v1.3+2.idpp.

Importieren Sie nun dieses Profil über das Menü des Preflight-Bedienfelds Profile definieren.

Anwenden des Live-Preflight

In der Fussleiste des InDesign-Anwendungsfensters sehen Sie den aktuellen Status des Preflight. Bei der Erstellung genau dieser Publisher-Seite und unter Verwendung des Grundprofils zeigte mir diese keinen Fehler an. Die Datei scheint fehlerlos zu sein. Wähle ich nun das vorhin installierte PDFX-ready-Profil, erscheint ein roter Punkt mit dem Hinweis auf einen Fehler.

Dieses Profil scheint «strenger» zu kontrollieren als das Grundprofil. Um die Fehlerquelle zu eruieren, klicken Sie am besten auf den kleinen Pfeil hinter der Fehleranzeige und öffnen so auf direktem Weg das Preflight-Bedienfeld. Im aufspringenden Fenster sehen Sie die Fehlerliste. Klicken Sie in die Details der einzelnen Meldungen, erhalten Sie Hinweise zu jedem Fehler.

In meinem Fall geht es um die Bildauflösung: Die Abbildung oben ist erst als Layoutbild in der Seite enthalten, weshalb die Auflösung zu niedrig ausfällt. Im Informationsfenster unterhalb der Liste werden detaillierte Informationen zur Fehlermeldung angezeigt. Hier wird zum Beispiel die effektive Auflösung des Bildes angezeigt und sogar ein Lösungsvorschlag zur Behebung des Problems angeboten.

Falls Sie die Datei zur externen Bearbeitung weitergeben, lohnt es sich, das Preflight-Profil einzubetten. Damit sind die Kontrollkriterien – unabhängig von der Konfiguration beim Empfänger – weiterhin aktiv. ↑

Hier finden Sie eine Step-by-Step-Anleitung zum Einsatz des Preflights in InDesign.

Beat Kipfer, Ausbilder FA, haft erfreulich. PubliCollege GmbH, 3400 Burgdorf. Kurse, Lehrgänge, Firmenschulungen und Support für Print- und Web-Publishing; Fachlehrer an der Schule für Gestaltung Aargau, Kursleiter an mehreren Schulen in der Deutschschweiz. beat.kipfer@publicollege.ch